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Artikel über MGT aus der Praxis:
Erfahrungsberichte aus dem Alltag und der Praxis in Anwendung von Mal- und Gestaltungstherapeutischer Intervention. 
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Artikel vom Jänner 2010
                                  Achtung: Der gesamte Artikel kann als PDF-Datei gelesen werden!!!

Artikel vom Februar 2009
Betriebsärztin, Mal- und Gestaltungstherapeutin
Dr. Birgit Kager.

"Kreativ gegen Stress"

Bei den Wiener Linien gibt es seit 2005 dieses besondere Angebot für die
MitarbeiterInnen. Dabei wird dem Stress mit Kreativtraining zu Leibe gerückt. Die Betriebskrankenkasse der Wiener Verkehrsbetriebe unterstützt das Projekt.

Stress kann viele Ursachen haben: ein hohes Arbeitspensum, Zeitmangel, Termindruck, Arbeitsplatzwechsel, Änderung der Lebensumstände, wie zum Beispiel das Eingehen einer Partnerschaft, zwischenmenschliche Konflikte, schwierige Lebenssituationen, wie zum Beispiel schwere Erkrankungen, und vieles mehr.


Ob derartige Gegebenheiten eher negativ oder eher positiv erlebt werden, hängt zum Teil von der Situation, zum Teil von der betroffenen Persönlichkeit und von den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen ab. Wird zum Beispiel eine Aufgabe als Herausforderung gesehen und besteht die Möglichkeit, diese Herausforderung positiv zu bewältigen, dann wird auch der damit verbundene Stress als eher positiv empfunden (gar nicht zu reden von den angenehmen Situationen wie etwa verliebt sein – auch das ist biologisch gesehen Stress pur).
 


Bild von Birgit Kager

Aber auch wenn an einer vielleicht eher unangenehmen Grundsituation vorerst wenig geändert werden kann, gibt es Möglichkeiten zur Entlastung: So kann es zum Beispiel hilfreich sein, die eigenen Gefühle (auch „negative“ wie zum Beispiel Angst, Trauer oder Ärger) im Zusammenhang mit dieser Situation auszudrücken und/oder über diese Gefühle mit einem Mitmenschen zu sprechen.
Kreativtechniken (Malen, Zeichnen, bildnerisches Gestalten) können ein Weg sein, um mit solchen stressauslösenden Situationen leichter fertig zu werden.

Schon der Vorgang des kreativen Gestaltens selbst baut innere Spannung ab: Die eigenen Gefühle können ausgedrückt und im Werk dargestellt werden. Das entlastet die Seele und hebt das Wohlbefinden. Kreatives Arbeiten macht außerdem Freude – so verwandelt sich die Anspannung in ein positives Gefühl.
Das ist aber noch nicht alles: Oft weiß man in einer schwierigen Situation auch schon unterbewusst eine Lösungsmöglichkeit für dieses Problem. Der Haken dabei: Das Bewusstsein kann auf diese Idee mitunter nicht zugreifen oder verdrängt sie sogar. In dem gestalteten Werk taucht diese im Unterbewusstsein bereits vorhandene Idee aber meistens in irgendeiner Form auf. In einem Gespräch über das gestaltete Werk kann diese Idee bewusst gemacht werden. So besteht die Möglichkeit, eigene persönliche Ressourcen im Umgang mit der bestehenden Situation zu aktivieren und im Idealfall das Problem dann auch zu lösen.

Beide Wege werden bei „Kreativ gegen Stress“ eingesetzt. In einem persönlichen Gespräch wird herausgearbeitet, was den/die Teilnehmer/-in im Moment gerade seelisch beschäftigt. Der Teilnehmer/die Teilnehmerin gestaltet dann ein Bild zu diesem Thema. Im Anschluss daran wird das Bild gemeinsam mit der Wiener Linien-Arbeitsmedizinerin Frau Dr. Birgit Kager, die auch ausgebildete Kreativtrainerin und Maltherapeutin ist, besprochen. In dem Gespräch wird auf die persönlichen Anliegen des Teilnehmers/der Teilnehmerin eingegangen und konkrete Hilfestellung gegeben.

Der Inhalt der Gespräche unterliegt selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht.
Zusätzlich werden auch Entspannungstechniken angewendet.
Wer nun vielleicht beim Gedanken an seine Zeichenkünste in Stress kommt, kann beruhigt sein: Perfekte Malkenntnisse sind für die Teilnahme nicht erforderlich!
„Als Kinder haben wir fast alle gezeichnet! Im Prinzip reicht es, wenn man einfache Zeichnungen machen kann. Auch damit lässt sich schon alles Wichtige ausdrücken!“, meint Dr. Kager.

 

 

 

 

Creative Arts Workshop One World Foundation School
Auf dieser Website www.anne-claire.at ist ein kurzer Bericht über dieses 
Projekt mit vielen Photos zusammengestellt.

Jeden Nachmittag fuhr ich mit einem Tuc-Tuc oder einem öffentlichen Bus in die Schule der OWF. 

Die Kinder und Jugendlichen wurden vom Schulkoordinator in Gruppen aufgeteilt. Während die einen an Englisch-, Musik- oder Computerkursen teilnahmen, kamen die anderen in mein – auf einer offenen Veranda befindliches – Atelier. 

Im nächstgelegenen Dorf bzw. in Colombo konnte ich die Farben, das Papier, Karton, Hölzer, Pinsel und sonstige Materialen kaufen. Dies allerdings war schwieriger als ich vorerst dachte: Das Material musste ich in diesen kleinen, meist lang gezogenen und vor allem engen und dunklen Geschäften erst finden. 

Je nach Alter und Gruppengröße – diese variierte stetig – suchte ich Material und Themen aus. Flexibilität meinerseits war ständig gefordert. Die sprachliche Verständigung ist bei derart kulturellen Unterschieden wesentlicher als ich erwartet hatte. Deshalb lernte ich mit einem kleinen „Kauderwelsch Singhalesisch“ -Buch und den Kindern und Jugendlichen diese für mich sehr melodische und schöne Sprache.

Das wichtigste Vokabular hatte ich bald gelernt und ich unterhielt mich in gebrochenen Sätzen mit den Kindern in ihrer Sprache. Im Gegensatz zum ruhigen, geschlossenen Raum meiner Wiener Praxis arbeitete ich dort in einem tropisch-warmen Klima (es war die wärmste Jahreszeit) auf einer offenen Veranda von der aus wir alles was rundherum so geschah unmittelbar mitbekamen. Diese Veranda war wie der Mittelpunkt des Schulgebäudes, hier kamen die Kinder und Lehrer zusammen, man hörte die spielenden Kinder aus dem Garten, den im Schatten der Bäume stattfindenden Geigenunterricht und den chaotischen Verkehr der Galle-Road. Eines Tages ereignete sich ein Bus-Unfall direkt vor dem Schulgrundstück und ein LKW landete nach einem riesigen „Krach“ im Schulgarten.

Unter diesen für mich doch eher ungewöhnlichen Bedingungen erarbeitete ich mit den singhalesischen Kindern und Jugendlichen (Buddhisten, Tamilen und Muslime) einige Techniken und Themen wie z.B.: Drucktechnik, Dörfer und Tiere, Körperbilder, Gruppenarbeiten, Porträts uvm.

„Woman Tailoring Class“

 

Zusätzlich arbeitete ich zweimal wöchentlich vormittags mit 15 bis 25 Frauen der „Woman Tailoring Class“ (siehe: www.womenscooperation.at). Es sind sehr eindrückliche Bilder und Themen die wir in diesen 5 Wochen erarbeitet und berührt haben.

Schon in der ersten Stunde kamen an die 20 Frauen. sie saßen so dicht „wie Sardinen“ nebeneinander, aber sie schienen es gewohnt zu sein und es störte sie nicht. Ungewohnt war es eher für mich. Vor allem, weil ich finde, dass man beim Malen viel Platz haben sollte.

Die Frauen sollten als erste Übung auf einem Blatt ihren Namen malen und eine „Umgebung“ dazu. Dadurch wollte ich ihnen die Möglichkeit geben, jede für sich, ihren Wünschen entsprechend etwas Eigenes zu gestalten und eigenständig von mir und der Gruppe wahrgenommen zu werden. 

In der künstlerisch-kreativen Arbeit mit den Frauen ging es mir darum ihnen einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem sie mit sich selber, mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Individualität, ihren Wünschen in Kontakt kommen können. Schon in der ersten Stunde haben einige der Frauen weitere Bilder und Themen aus ihren Leben gestaltet wie z.B. Tsunami, Fischer und ihre Familie.

Berufsausbildungsprogramme (Schneiderei- und Computerkurse) sollen die Berufschancen der AbsolventInnen fördern und die Schaffung selbständiger Existenzgrundlagen ermöglichen. Die Ausrichtung der OWF-Ausbildungsstätten integriert insbesondere Mädchen und Frauen in den Bildungsprozess und versucht, deren soziale Stellung wesentlich zu verbessern. (siehe auch: www.womenscooperation.at )

Ausstellung

In diesen 5 Wochen sind eine Menge Werke entstanden. In der Ecke eines kleinen Raumes in der Schule hatte ich alle Bilder und Werke gesammelt.

Als Abschluss sollte eine Ausstellung der Bilder im Schulgarten zwischen Palmenbäumen den Kindern und ihren Eltern zeigen, was in diesem Workshop gestaltet wurde.

Diese Workshops leitete ich im April und im Mai des vorigen Jahres (2006) 5 Wochen lang in der Schule der „One World Foundation“ (OWF) in Balapitiya, an der Küste im Süd-Westen Sri Lanka’s.

Die 1995 von Kathrin Messner und Joseph Ortner gegründete OWF (www.owf.at) hat es sich zur Aufgabe gemacht Bildungsprojekte in Sri Lanka zu fördern.

Durch die Schaffung von „Free Education Units“ (Vorschul-, und Englischklassen) wird Kindern und Jugendlichen einekostenlose zusätzliche Schulausbildung ermöglicht. 

 

 

Die OWF versteht sich auch als Kommunikationsstätte für Kinder und Jugendliche, die durch gemeinsames Lernen und Spielen (Sport, Feiern, Theatervorführungen, Wettbewerbe, etc.) soziale Verantwortung erlernen.

 



16.06.2006

Dr. Med. Dipl-Psych. Gisela Schmeer

Der Vortrag:
„50 Jahre Kunsttherapie und noch immer spannend!

fand am 
Freitag den 16.06.2006 im Kolpinghaus Gentzgasse 27, 1180 Wien statt. 
FMGT-Obfrau Eva Huber begrüßte die Gäste. 

Dr. Med. Gisela Schmeer, Dipl.-Psych., Ärztin für Psychoanalyse und Psychotherapie ist im Rahmen der ärztlichen und kunsttherapeutischen Fort- bzw. Weiterbildung tätig und erfüllt seit vielen Jahren einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste München (Aufbaustudiengang Bildnerisches Gestalten und Therapie); Honorarprofessorin im Bereich Kunsttherapie an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Zahlreiche Veröffentlichung zur Kunsttherapie. Dr. Med. Gisela Schmeer wurde 1983 mit dem ersten Literaturpreis der Bundesärztekammer für Schriftstellerärzte ausgezeichnet.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Gisela Schmeer mit den Möglichkeiten, das kreative Potenzial von Gruppen (Selbsterfahrung, Therapie, Supervision, Team, Organisation) zu ergründen und zu wecken. Die von ihr beschriebene Resonanzbildmethode bringt eine neue Qualität der Vernetzung in der Gruppe und führt zu überraschenden Sichterweiterungen. Die Gruppenteilnehmer kommen an schlafende Themen und Ressourcen heran. Organisationen entdecken neue Kommunikationsstrategien. 

 

Eindrücke aus der MGT- Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen : ein Bericht von Gerlinde Ossberger, Mal- und Gestaltungstherapeutin, MGT Wien

„Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Wunde, die aufbricht,  ursprünglich gemeint sind die körperlichen Konsequenzen, die ein Organismus nach einem gewaltigen Schlag erleidet, ins Psychotherapeutische übertragen bedeutet Trauma die Konfrontation mit einem Ereignis, das real statt gefunden hat, dem sich das Individuum schutz- und hilflos ausgeliefert fühlt und bei dem die gewohnten Abwehrmechanismen und Verarbeitungsstrategien erfolglos sind.

 

„Mal- und Gestaltungstherapie mit an Hirntumor erkrankten Kindern und Jugendlichen“:
Beschreibung des Arbeitsfeldes von Anne-Claire Kowald

"Anfangs ist Manuel (Name geändert), 5 Jahre, sehr verschlossen und schüchtern. Einige Versuche ihn zum Malen zu animieren, gelingen nur für kurze Zeit, dann zieht er sich wieder zurück. Bald jedoch ist ein Spiel mit einer Handpuppe möglich – Manuel hat viel Ärger und Wut in sich, die er in dem Spiel gut ausdrücken kann." ...

"MGT im Nest" Wir stellen unsere Arbeit vor:  

Vor sechs Jahren entstand im Zuge unserer Lehrertätigkeit in einem sonderpädagogischen Zentrum die Idee einer Spezialklasse für Kinder mit introvertiert- neurotischen Symptomen. Es war uns immer wieder aufgefallen, dass es außer den aggressiven Kindern auch solche gibt, die durch ihre seelische Not zu einer - für die Lehrpersonen zwar nicht unangenehmen, aber für sie selbst umso gefährlicheren - Verhaltensauffälligkeit neigen.

Arbeit der BeratungslehrerInnen- Grundsatzinformation
Sabine Maurer, SPZ Bruck/ Leitha, seit vielen Jahren im Schuldienst, in verschiedenen Bereichen der Sonderpädagogik - Sonderschule bis Integration

"SchülerInnen, die ein auffälliges Verhalten zeigen, sind meist Kinder, die Probleme haben.
Die Auffälligkeit ist als Hilferuf zu verstehen, der sich unterschiedlich äußern kann. Ist er bei manchen Kindern unüberhörbar, kann auch ein extrem ruhiges und zurückgezogenes Verhalten Hinweise auf Probleme geben." ...  

Arbeitsplatz Landeskrankenhaus Natters (Tirol) – Renate Waas
Renate Waas arbeitet seit 2002 als angestellte Mal-und Gestaltungstherapeutin im Landeskrankenhaus Natters.

Vom Grundberuf ist sie Kindergärtnerin und Spielpädagogin. Im Landeskrankenhaus Natters hat sie ein eigenes Malatelier und betreut dort die PatientInnen der onkologischen, der kardiologischen und der Lungenabteilung (Transplantation).

Die Verweildauer der PatientInnen ist sehr unterschiedlich. Obwohl die durchschnittliche Verweildauer 2-3 Wochen beträgt, kann es vorkommen den einzelnen PatientInnen mehrere Wochen oder sogar Monate im Krankenhaus sind.


Buchbesprechung: Gisela Schmeer, 
"Kunsttherapie in der Gruppe"

Aus der Knospe der Verwirrung hebt sich die Blüte der Verwunderung

  • Wie oft habe ich genau diese Verwandlung im Prozess der Bildbearbeitung in Gisela Schmeers behaglichem Keller Gruppenraum erlebt: 
    Du hast nach einer Kurzimagination ein Bild gemalt, in der Kleingruppe das Bild bearbeitet und meinst „im Bilde“ zu sein. 
    Dann sitzt du eng gedrängt, polsterunterstützt am Fußboden.

Gisela Schmeer, Kunsttherapie in der Gruppe , Vernetzung Resonanzen Strategeme
Leben lernen 160,   Pfeiffer bei Klett – Cotta, Stuttgart 2003

"Ein wunderschönes, übersichtliches, gut bebildertes Lese- und Nachschlagwerk, das in keiner 
Kunsttherapeutischen Büchersammlung fehlen sollte." 
 
Eva Huber


Rezension zum Buch von Boris Cyrulnik:
 
„Die Kraft, die im Unglück liegt“

Goldmann Verlag. Deutsche Erstausgabe im Mai 2001.

  • In diesem Buch beschäftigt sich der Autor nicht nur mit dem Thema der traumatisierten Kindheit, sondern zeigt anhand zahlreicher Beispiele erfolgreicher „Überlebender“ und deren Überlebensstrategien die Entwicklung zum Erwachsenen. Für diese Studien, die über 20 Jahre hin durchgeführt wurden, suchte der Autor nach Geschichten außerhalb der Arztpraxen.

    Der künstlerische Ausdruck wird hier als Sieg über den Tod interpretiert. 

"Eine wertvolle Lektüre wenn es darum geht, Menschen bei der Bewältigung Ihres Schicksals zu begleiten."
Edith Sandhofer-Malli